Erfahrungen von mir

Familienverstrickungen - Juni 2026
Warum sich manche Muster über Generationen wiederholen.
Kennst Du das Gefühl, immer wieder Verantwortung für andere zu übernehmen?
Zu vermitteln, wenn Konflikte entstehen?
Harmonie schaffen zu wollen, während Du selbst immer mehr Kraft verlierst?
Oft beginnen solche Muster nicht bei uns selbst.
In meiner Familie, auf der väterlichen Seite, gibt es seit Generationen Kontaktabbrüche zwischen Geschwistern. Man spricht nicht mehr miteinander, man grüßt sich nicht mehr und ein respektvolles Miteinander scheint keinen Platz zu haben. Schon als Kind habe ich erlebt, wie sehr meine Eltern unter dieser Situation gelitten haben. Unbewusst habe ich versucht, diese emotionale Belastung für sie mitzutragen. Ich wollte ausgleichen, vermitteln und dafür sorgen, dass es allen gut geht. Dabei habe ich mich angepasst, verbogen und meine eigenen Bedürfnisse immer wieder hintenangestellt.
Heute weiß ich, dass ich nicht nur meine eigenen Themen getragen habe, sondern auch familiäre Prägungen und Muster, die bereits über Generationen weitergegeben wurden.
Während meiner Ausbildungen habe ich mich intensiv mit Familienverstrickungen, übernommenen Rollen und den Auswirkungen der Ahnenlinie beschäftigt. Immer wieder habe ich Verstrickungen gelöst und gehofft, dass sich die Geschichte in meiner Familie nicht wiederholt. Ich wollte es für alle lösen. Ich wollte Harmonie schaffen. Ich wollte eine Familie, die sich versteht. Doch dabei habe ich lange übersehen, dass meine eigenen Wünsche, meine Werte, meine Kraft und mein Potenzial keinen Platz hatten.
Erst mit der Zeit wurde mir klar:
Die Verstrickungen, die ich gelöst habe, durfte ich vor allem für mich selbst lösen.
Die Lösung, die mein Verstand gesucht hat – eine Familie, in der sich alle verstehen – war nicht zwangsläufig der Weg zu innerem Frieden. Der eigentliche Perspektivwechsel begann, als ich erkannt habe, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg gehen darf.
Heute bedeutet Heilung für mich, meine Kraft zu leben, gesunde Grenzen zu setzen und Menschen in meinem Leben zu haben, die mich von Herzen mögen. Es bedeutet, mich selbst nicht länger für das Glück anderer verantwortlich zu fühlen und anzunehmen, dass jeder so sein darf, wie er ist.
Manchmal beginnt die größte Veränderung genau dort, wo wir aufhören, die Lasten anderer zu tragen.
Vielleicht kennst Du das auch:
- Du übernimmst Verantwortung für andere.
- Du möchtest Konflikte lösen, die eigentlich nicht deine sind.
- Du fühlst dich für Harmonie zuständig.
- Du stellst deine eigenen Bedürfnisse hinten an.
- Du erlebst immer wieder dieselben familiären Konflikte oder emotionalen Belastungen.
Dann lohnt es sich, einen Blick auf die Muster zu werfen, die Du vielleicht schon viel länger mit Dir trägst, als Du glaubst. Denn nicht alles, was Du trägst, gehört tatsächlich zu Dir.
Wenn der Körper spricht - Mai 2026
Bauchschmerzen, Durchfall, Luft im Bauch –
mein Körper hat mir schon früh gezeigt:
„So geht es nicht weiter.“
Ich war ein sehr angepasstes Mädchen. Als Jugendliche habe ich alles getan, um nicht aufzufallen. Für mich waren andere immer besser als ich selbst. Meine eigene Meinung und meine Intuition fühlten sich oft wie eine Bedrohung an. Mein Alltag bestand daraus, mich anzupassen, andere zu kopieren, gegen mich selbst zu kämpfen und im Außen alles auszugleichen – nur um irgendwie zu „funktionieren“.
Als ich verstand, dass Medikamente meine Symptome zwar unterstützen,
aber keine vollständige Heilung in mir auslösen würden,
begann ich, mir andere Fragen zu stellen:
- Wo erlebe ich Überforderung oder Kontrollverlust in meinem Alltag?
- Welche Gefühle kann ich nicht verdauen oder loslassen?
- Warum vertraue ich anderen mehr als meiner eigenen Intuition?
- Wo verliere ich mich selbst?
- Und sind wirklich alle Gefühle, die ich wahrnehme, meine eigenen?
Durch Reflexion und das bewusste Beobachten meines Verhaltens begann ich, alte Glaubenssätze zu erkennen und Schritt für Schritt loszulassen. Aus Kontrolle wurde Vertrauen. Aus dem ständigen Kampf gegen mich selbst entstand Selbstliebe. Ich lernte, Grenzen zu setzen und „Nein“ zu Dingen und Menschen zu sagen, die mir Energie genommen und mein Nervensystem dauerhaft belastet haben.
Heute weiß ich: Körperliche Symptome entstehen nicht immer grundlos.
Manchmal ist der Körper der erste Teil in uns, der beginnt zu sprechen,
wenn wir uns selbst zu lange nicht gehört haben.


Weihnachten – ein Fest der Liebe und der Familie – Dezember 2025
Aber was ist, wenn es in der Familie Unstimmigkeiten gibt?
Wenn man nicht mehr miteinander spricht, weil man traurig,
verletzt oder enttäuscht von bestimmten Personen ist.
Genau dieses Gefühl kenne ich.
Mir fällt es schwer, ohne diesen Teil der Familie Weihnachten zu feiern.
Mein Herz hofft immer noch, dass es irgendwann eine Möglichkeit gibt,
sodass sich Wege, die sich voneinander entfernt haben, wieder zusammenfinden.
Es gab eine Zeit, da wollte ich einfach nur, dass alles wieder so ist wie früher.
Ich wollte Harmonie, und ich hätte mich am liebsten für alle anderen verbogen
– nur damit es wieder so wird wie damals.
Heute spüre ich, wie wichtig es ist, dass jeder seine Meinung haben darf.
Dieser Weg, auch wenn er mich oft traurig macht, hat mich zu mir selbst geführt. Weil ich mich nicht mehr verbiege, nur damit es für alle anderen passt.
Ich lerne Stück für Stück loszulassen. Zu akzeptieren,
dass ich nicht „wissen“ muss, was gut für den anderen ist.
Jeder Mensch ist wertvoll und möchte respektvoll behandelt werden.
Jeder möchte so sein dürfen, wie er es für richtig hält.
Meine Tage sind mir so kostbar, dass ich sie mit Menschen verbringen möchte,
die mich schätzen – genauso wie ich bin.
Allen, die der Meinung sind, ich müsste mich ändern oder anders sein,
wünsche ich frohe Weihnachten und eine schöne Zeit
mit sich und ihren Familien.
Die versteckten Lehrer des Lebens – Meine „Arschengel“ - Mai 2025
In den letzten Wochen wurde ich besonders oft mit emotionalen Triggern konfrontiert – ausgelöst durch Menschen, die mir im Alltag begegnen: Nachbarn, Kollegen, Familienmitglieder, Bekannte oder sogar völlig Fremde.
Manche Menschen senden keine offenen Botschaften, sondern subtilere Signale – durch einen Blick, einen Tonfall, bestimmte Worte oder Handlungen. Sie treffen uns dort, wo es wehtut – wie unsichtbare „Giftpfeile“, die Wut, Traurigkeit oder Ohnmacht auslösen.
Früher hätte ich mich über sie geärgert oder versucht, mich zu wehren. Heute erkenne ich: Diese Menschen – so herausfordernd sie auch sind – sind wertvolle Spiegel. Ich nenne sie mittlerweile liebevoll meine „Arschengel“.
Denn durch ihr Verhalten wurde mir klar, dass ich bestimmte Gefühle lange unterdrückt habe:
- Wut, die ich mir selbst nicht erlaubt habe zu fühlen.
- Neid, den ich verdrängt hatte, anstatt ihn ehrlich anzuschauen.
- Lebendigkeit, die ich zurückgehalten habe, um dazuzugehören und zu gefallen.
Ohne diese Reibungspunkte hätte ich diese inneren Themen weiter ignoriert.
Diese unangenehmen Begegnungen waren somit der Schlüssel zu tieferer Selbsterkenntnis und persönlichem Wachstum.
Meine Erkenntnis:
Selbst Menschen, die uns herausfordern oder verletzen, können ein Geschenk sein – wenn wir bereit sind, hinzusehen und die Botschaft dahinter zu verstehen.
Sie fordern uns heraus, echte Grenzen zu setzen, authentisch zu leben und in unsere innere Stärke zu kommen.
Unsere sogenannten „Arschengel“ sind manchmal genau die Lehrer, die wir brauchen, um über uns hinauszuwachsen.


Eine Erfahrung vom Januar 2025
Wie dumm muss man sein!
Die Kopiere in meiner Firma befinden sich auf dem Flur. Als ich diese Woche kopierte, bekam ich ein sehr lautes Gespräch von Kollegen mit. Es wurde über jemanden geredet "... wie dumm man sein kann, so etwas zu tun..."
In dem Moment wurde mir kalt, mein Körper verspannte sich und ich bekam einen Klos im Hals. "Wie dumm muss man sein..." - diese Worte hat mir mal ein Lehrer in der 8. Klasse an den Kopf geworfen. Damals fühlte ich mich ohnmächtig, unsicher und wäre am liebsten weggelaufen. Diese Situation in der Firma und meine Erinnerungen haben mir gezeigt, wie machtvoll Worte sind. Wie Worte, Emotionen und Gefühle in unserem Körper gespeichert sind und was sie auslösen können. Heute habe ich Möglichkeiten, diese Ohnmacht und Unsicherheit zu wandeln.
Eine Erfahrung vom Oktober 2024
Meine Klientin Anne (Name geändert) kam mit dem Wunsch zu mir, ihr Gewicht zu reduzieren. Nach unserem Vorgespräch, in dem wir ihre Gefühle, Emotionen und Erlebnisse zum Thema besprochen haben, hat sie meine Massage genossen. Meine Massage ist für sie wie eine Insel im Alltag. In dieser Zeit geht es nur um sie und ihren Körper. Nach jeder Massage unterhalte ich mich noch kurz mit meinen Klienten, und teile ihnen mit, was ich während der Massage so wahrgenommen habe. Während dieses kurzen Abschlussgesprächs sind wir bei Anne auf einen Glaubenssatz gestoßen. "Es kann nicht genug von mir geben!" Solche tiefen Glaubenssätze halten uns davon ab, unsere Ziele zu erreichen. Wir kämpfen und wundern uns, warum wir nichts erreichen. Ich bin schon ganz neugierig, was sich bei Anne geändert hat und freue mich schon jetzt auf die nächste Massage mit ihr.
